Nachdem die Primariat- und die Schützenglocke aus dem Sievert'schen Guss von 1691 nur wenige Jahre später schadhaft geworden waren, wurden beide 1716 umgegossen. In diesem Zuge stiftete die Tuchmacherinnung der Peterskirche eine sechste Glocke, welche zusammen mit den beiden Umgüssen von Michael Weinhold aus Dresden geschaffen wurde.
Dier Guss gelang, aber die Tuchmacherglocke harmonierte jedoch nicht mit der eine Oktave tiefer klingenden Betglocke, weshalb der in Görlitz tätige Benjamin Körner sie 1737 nochmals umgoss.
Diese Form hat sie bis heute und mehr als 200 Jahre lang hing sie unbehelligt im Südturm. 1943 holte man sie dann für Rüstungzwecke herunter und transportierte sie nach Hamburg, wo sie nach Kriegsende aber geborgen und wieder nach Görlitz zurückgebracht werden konnte. Ihr altes Holzjoch verblieb dabei oben im Turm, wo es sich nun mehr als 80 Jahre später immer noch befindet.
Sie selbst hängt heute an einem gekröpften Stahljoch, im oberen Gefach des 1956/57 errichteten Stahlglockenstuhls, zwischen den Türmen.
